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Typ-2-Diabetes greift das Herz an

Ein gesunder Lebensstil und die richtige Behandlung können vorbeugen

(djd). Im Gegensatz zur Autoimmunkrankheit Typ-1-Diabetes ist Typ-2-Diabetes eine Stoffwechselerkrankung. Als Risikofaktoren gelten neben einer genetischen Veranlagung auch Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und zu hohe Cholesterinwerte. All diese Faktoren begünstigen eine sogenannte Insulinresistenz. Normalerweise dient Insulin im Körper dazu, die Zellen "aufzuschließen", sodass sie Zucker aus dem Blut aufnehmen können. Bei der Insulinresistenz reagieren die Zellen aber nicht mehr richtig auf das Hormon - nur wenig Zucker kann aufgenommen werden, und der Blutzuckerspiegel steigt übermäßig an.

Zur Unterstützung des Herz-Kreislaufsystems den Blutzucker auf ein gesundes Maß senken

Der hohe Blutzuckerspiegel führt zu Schädigungen im Gefäß- und Nervensystem. Das betrifft stark durchblutete Organe wie die Netzhaut, die Nieren und das Herz. Besonders gefährdet ist das Herz-Kreislaufsystem: "Typ-2-Diabetes geht einher mit vielen Veränderungen im Körper. Diese bedingen, dass sich Arteriosklerose entwickelt und zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann", erklärt Professor Andreas Zirlik, Kardiologe am Universitäts-Herzzentrum Freiburg. Da dieser Prozess oft lange unbemerkt verläuft, kommt der Herzinfarkt dann scheinbar aus dem Nichts. Drei Viertel aller von Typ-2-Diabetes Betroffenen sterben dem "Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2018" zufolge schließlich an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Gegen dieses Risiko können Menschen mit Typ-2-Diabetes selbst viel tun: nicht rauchen, sich mehr bewegen, gesünder essen, abnehmen. Reichen Lebensstiländerungen allein nicht aus, werden meist orale Antidiabetika, also Tabletten, verordnet. Senken auch diese den Blutzuckerspiegel nicht auf ein gesundes Maß, können frühzeitig GLP-1 Rezeptor-Agonisten eingesetzt werden, sofern der Körper noch eigenes Insulin produziert. Sie ähneln einem körpereigenen Hormon, das die Freisetzung von Insulin abhängig vom Blutzuckerspiegel fördert und die Empfindlichkeit des Körpers für Insulin erhöht. Das Risiko für eine Unterzuckerung ist gering, wenn sie als alleinige Therapie angewendet werden. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes können sie blutdrucksenkend wirken und im Rahmen der Diabetestherapie durch eine Verminderung des Hungergefühls zu Gewichtsverlust führen.

Rechtzeitig zum Kardiologen

Für eine optimale Behandlung rät Diabetes-Experte Professor Zirlik, sich einen Hausarzt oder Diabetologen zu suchen, der sich gut um das Thema kümmert: "Unbedingt empfehle ich, zum Kardiologen zu gehen, um das Herz checken zu lassen." Es gehe darum, den Langzeit-Blutzuckerwert mit geeigneten Medikamenten zu kontrollieren und so das Risiko für Herz und Gefäße deutlich zu senken.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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